CREMATORY – Antiserum

Gothic Metal
01.07.2014

Antiserum ist bereits der neunte Langspieler der deutschen Gothic Metaller. Mit einer Laufzeit von 43 Minuten ist es denkbar kurz – ob das ein Vorteil oder Nachteil ist, sehen wir gleich.

Das Album beginnt mit dem instrumentalen Track Apocalyptic Vision, der musikalisch zwar überzeugen kann, das Gepiepe, das ¾ des Songs über zu hören ist, hätte man jedoch getrost weglassen können. Da der Song als Intro fungiert und zu Until the End gehört, hört man auch hier das Piepsen ab und zu wieder, glücklicherweise jedoch immer nur ganz kurz. Abgesehen davon kann der Song sowohl durch cleveres Zusammenspiel von cleanen Vocals und Growls überzeugen, als auch einen guten unterstützenden Klangteppich.

Bis mit Kommt Näher auf Platz 6 ein wirklich interessanter Song folgt, wird dem Hörer Gothic Metal von zwar guter Qualität geboten, aber die Songs haben kaum Wiedererkennungswert, keine Hooklines, die dazu führten, dass man sich denkt „Genau den Song möchte ich mir später nochmals anhören“, weil man nämlich schon gar nicht mehr weiss, wie die Songs heissen, oder wie viele da eigentlich waren, weil sie so ähnlich klingen. Kommt Näher allerdings kann überzeugen, sowohl durch den deutschen Text als auch die Melodien, die ziemlich eingängig sind, und die man sich gerne auch nochmals anhört. Vor allem das Intro und Outro gefallen mir sehr gut.

Mit Irony of Fate fallen Crematory wieder ins 0815 Schema zurück, aber mit Virus schliessen sie an Kommt Näher an, sowohl mit deutschem Text als auch einer instrumentalen Melodie, die nicht nach schon hundertmal gehört klingt. Vielleicht sollte sich die Band für ausschliesslich deutsche Songs entscheiden, bisher jedenfalls finde ich die um Längen besser als die englischen. Allerdings muss ich einlenken, dass der auf Virus folgende Track, Back from the Dead, ziemlich gut ist, obwohl das ständig wiederholte „Back from the grave, back from the dead“ einem ein wenig auf die Nerven gehen kann. Obwohl der zweitletzte Song, Welcome, teils Deutsch gesungen ist, vermag er nicht so ganz zu überzeugen und bleibt eher langweilig.

Dasselbe gilt leider auch für den Titelsong. Dass der Titelsong der letzte Song auf einer Scheibe ist, sehe ich hier jetzt auch zum ersten Mal. Ob man sich wohl bewusst war, dass er nicht so bombe ist? Oder hielt man ihn für einen guten Rausschmeisser? Falls ja, muss ich leider widersprechen, Antiserum ist als letzter Song denkbar ungeeignet, denn meiner Meinung nach sollte der Rausschmeisser beim Hörer den Wunsch wecken, sich das Album gleich nochmals anzuhören – Antiserum aber ist so langweilig – man möchte fast „lahm“ sagen – dass man fast schon froh ist, wenn der Song vorüber ist.

Fanzit: Crematory bieten mit Antiserum Gothic Metal von der Stange. Zwar alles gut produziert und gut gemischt, da gibt’s nix zu meckern, aber abgesehen von den deutschen Songs – die dafür wirklich überzeugen können – bleibt der Rest Massenware. Da sich Antiserum eher in ruhigen, melodischen Gefilden bewegt, kann ich das Album aber empfehlen für Leute, die gerne Musik im Hintergrund hören, während sie etwas Anderes mache, denn störend wirken tut es auf keinen Fall (mit Ausnahme des Openers vielleicht). Wer aber etwas Lüpfiges, Mitreissendes sucht, ist hier an der falschen Adresse.
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Trackliste

  1. Apocalyptic Vision
  2. Until the end
  3. Shadowmaker
  4. If you believe
  5. Inside your eyes
  6. Kommt näher
  7. Irony of fate
  8. Virus
  9. Back from the dead
  10. Welcome
  11. Antiserum
  12. Shadowmaker – Elektro Mix*
  13. Shadowmaker – Centhron Mix*

*Bonustracks Digipak


Album Review Bewertung

Autor Bewertung: 7.5/10



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01.07.2014
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