Galactic Empire Tour 2017
Fr, 6. Oktober 2017

Galactic Empire, Spandex Of Doom

Dynamo Werk 21 (Zürich, CH)
20.10.2017
Galactic Empire Tour 2017

«Join the dark side, we have metal!» 

An diesem Konzertabend im Zürcher Komplex Klub wurden sowohl die Nerds als auch die Metal-Fans gleichermassen befriedigt. Die dunkle Seite war stark. Als zusätzliche, positive Überraschung entpuppte sich die Dame am Mikrofon bei der Vorgruppe Spandex Of Doom. Ihre Identität wird aber erst im nun folgenden Konzertbericht gelüftet. Weiterlesen ist somit Pflicht. 

Ich bin definitiv reif fürs Wochenende. Wie so oft finden auch am heutigen Freitag diverse Veranstaltungen gleichzeitig statt. Die Happy Metaller Freedom Call werden das Hall Of Fame in Wetzikon sicherlich in eine Hüpfburg verwandeln und im X-TRA geben sich die Guano Apes die Ehre. Mich verschlägt’s allerdings nach Altstetten in den Komplex Klub. Richtig gelesen, es geht wieder einmal in den Keller dieses Gebäudes. Veranstalter Good News hat die Star Wars Metal-Truppe Galactic Empire in die Schweiz eingeladen. Ich habe mich im Vorfeld nur am Rande mit dieser Kapelle beschäftigt und kann mich somit voll und ganz überraschen lassen. Auch der Support-Act Spandex Of Doom hat es bisher noch nicht auf mein Radar geschafft.

In der Location tummeln sich bereits einige Personen. Könnte durchaus eine hitzige Angelegenheit werden. Da gönne ich mir zur Abkühlung doch zuerst einmal einen leckeren Hopfentee. Aus den Boxen dröhnen zur Einstimmung Melodien von ZZ Top, den Dire Straits und anderen Klassik-Rockern. Somit also noch nicht viel Galaktisches. Ich platziere mich auf der linken Bühnenseite und warte gespannt auf die erste musikalische Darbietung des Abends.

SPANDEX OF DOOM

Spandex Of Doom (allein der Name ist schon ein Highlight) verstehen sich selbst als Schweizer Tribute-Band an die bekannten Hymnen aus den 80er-Jahren. Beim Backdrop setzen sie offenbar auf die Migros Budget-Sparvariante. Auf einem weissen Hintergrund kleben ein paar Buchstaben. Ähnlich sieht’s bei den Verzierungen des Schlagzeuges aus. Aber der erste Eindruck kann häufig auch täuschen. Wichtig ist und bleibt natürlich die Musik.

Und dann betritt das Quartett schliesslich die Bühne. Selbstverständlich in jeweils passenden Outfits für die damalige Ära. Aber wer steht denn da am Mikrofon? Das rothaarige Mädel kenn ich doch. Ja genau, Fabienne Erni von Eluveitie. Das neue Schätzchen der Schweizer Metal-Szene leiht ihre Stimme für diesen Auftritt der Truppe ihres Kollegen Jonas Wolf. Eine absolut gelungene Überraschung. Wie gewohnt strahlt sie über’s ganze Gesicht und überzeugt mit stimmlicher Vielfalt. So klingt es also, wenn man Fabienne von der Leine lässt. In diesem Ausmass darf sie sich bei Elu (noch) nicht entfalten. Klassiker wie «Money, Money, Money» (ABBA), «Beat It» (Michael Jackson) oder «She Shook Me All Night Long» (AC/DC) werden mit viel Spielfreude und Elan vorgetragen. Der Bassist ist heute Abend ganz klar der Grimassen-König. Das Publikum singt brav mit.

Alles klappt noch nicht wunschgemäss. Jonas’ Mikro ist etwas zu leise eingestellt und Fabienne hat zwischendurch kleinere, nervöse Momente. Urplötzlich fliegt ein Drumstick an uns vorbei. Aber der Kollege hat glücklicherweise noch ein paar vorrätig und kann weiterspielen. Nichtsdestotrotz insgesamt ein gelungener und sehr sympathischer Auftritt von Spandex Of Doom.

GALACTIC EMPIRE

Circa um 21.10 Uhr wird es dann Zeit für den Headliner des Abends. Im Publikum tummeln sich inzwischen sogar ein paar Cosplayer. Ich entdecke beispielsweise einen Jedi-Ritter. Dann gehen die Lichter aus und eine altbekannte Intro-Hymne erklingt. Hinein geht’s ins Star Wars-Universum. Fünf kostümierte Gestalten betreten unter tosendem Applaus die Bühne. Die Herren nennen sich Boba Sett, Bass Commander, Dark Vader, Shadow Ranger und Red Guard. Wahrscheinlich dürfen sie die echten Figurennamen aus rechtlichen Gründen nicht verwenden.

Serviert werden der begeisterten Masse Stücke, wie «Duel Of The Fates», «Cantina Band» oder «The Imperial March» im metallischen Gewand. Kann man schon mal so machen. Zumindest in der ersten Hälfte zieht einen die ganze Geschichte voll und ganz in den Bann. Als Anhänger des Star Wars-Universums sind Hühnerhautmomente vorprogrammiert. Die Hitze im Keller steigt immer weiter. Es müssen gefühlte 80 Grad unter den Rüstungen der armen Kerle herrschen. Aber sie lassen sich davon nicht beirren. Ist das jetzt nur eine sinnlose Blödelei? Überhaupt nicht. Insbesondere Drummer Boba Sett scheint einiges auf dem Kasten zu haben. Und auch Anführer Dark Vader hat seinen grossen Auftritt als er ein Opfer auf der Bühne mit Hilfe der Macht erwürgen darf. Solche Szenen sind Kennern der Filme natürlich bestens bekannt und werden entsprechend gefeiert.

Doch mit der Zeit beginnt die Wirkung der Reise durch die Galaxis nachzulassen und ich beginne mich etwas zu langweilen. Klar lösen diese Hymnen nach wie vor spezielle Gefühle in mir aus. Aber für einen überzeugenden Headliner-Auftritt reicht das nicht vollends. Die Vorfreude auf den neusten Film, der Ende Jahr erscheinen wird, können die Jungs aber trotzdem fördern.

FAZIT

Galactic Empire muss man einmal live erlebt haben. Damit hat sich’s dann aber auch schon. Der ganze Spass funktioniert leider bloss kurzweilig. Eine rasche Wiederholung ist somit nicht unbedingt notwendig. Dafür vermochten Spandex Of Doom mit einer überragenden Fabienne Erni an der Gesangsfront zu beeindrucken. In diesem Sinne: «Möge die metallische Macht mit euch sein».

Cheers

Dutti \m/

Setliste – Spandex Of Doom

  1. Panama
  2. Green-Tinted Sixties Mind
  3. Money, Money, Money
  4. Girls Just Wanna Have Fun
  5. Beat It
  6. You Shook Me All Night Long
  7. Decadence Dance
  8. Rock N Roll

Wie fandet ihr das Konzert?

20.10.2017
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